Mackmyra Jaktlycka - Swedish Single Malt - #QN3

Nun ist es also soweit: Der erste Whisky auf meinem Blog der nicht aus Schottland stammt. Ein Single Malt ist es trotzdem, seine Herkunft liegt allerdings in Skandinavien, genauer gesagt in Schweden. Die Brennerei Mackmyra bringt jedes Jahr zwei saisonale Abfüllungen heraus. Eine im Frühjahr/Sommer und eine im Herbst/Winter. Die Abfüllungen sollen jeweils die entsprechenden Jahreszeiten widerspiegeln. Hier habe ich nun die Herbst/Winter Edition aus 2020 vor mir. Somit erwarte ich einen eher vollen und schweren Whisky, wie er zur kälteren und regnerischen Jahreszeit üblich ist. So verspricht es auch der Name. Auszusprechen ist er für "Nicht-Schweden" wohl eher nicht, aber "Jaktlycka" bedeutet übersetzt soviel wie Jagdglück, und diese Abfüllungen soll entsprechend den schwedischen Wald repräsentieren.

Eine Info vorab: Dieses Sample wurde mir kostenlos von Mackmyra zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über den Whisky:

Die Rezeptur dieses Single Malts ist recht transparent durch Mackmyra offengelegt worden. Sie in wenigen Worten korrekt wiederzugeben fällt mir allerdings schwer, da sie mehr als komplex ist. Bei 0,6% des Destillats handelt es sich um die rauchige Variante der Destillerie, für den "Rest", sprich 99,4%, wurde ungetorftes Malz verwendet. Der Spirit wurde anschließend in Ex-Bourbonfässern und Ex-Sherryfässern gelagert. 28% des Malts erhielt später ein Finish. Für das Finish wurden unter anderem Fässer wendet, welche zuvor mit Beerenwein (Preiselbeer- und Blaubeerwein) belegt waren. Die Dauert des Finish liegt zwischen einem und zehn Jahren. Abgefüllt wurde der Whisky am Ende bei den für Mackmyra üblichen 46,1%, nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt. Eine Altersabgabe trägt die fertige Abfüllung nicht. Auch ist die Anzahl der Flaschen wie üblich limitiert, die genaue Höhe der Limitierung ist allerdings nicht bekannt.



In der Nase:


Die erste Nase ist eine volle Ladung an Traube. Dazu gesellt sich etwas Würze und ein Hauch von Eiche lässt sich wahrnehmen. Mit etwas mehr Zeit drängen sich verschiedene Beeren in den Vordergrund, allesamt frisch und rot. Die doch ziemlich präsente Süße erinnert ein wenig an süße Kirschbonbons, aber auch eine leicht cremige Note mit Vanille bahnt sich mit der Zeit ihren Weg.


Im Mund:


Der erste Moment im Mund ist cremig, stark prickelnd und kurz säuerlich. Genau so wirr wie sich diese Beschreibung für einen Whisky anhört, so irritiert bin ich nach dem ersten kurzen Antritt. Nach und nach legt sich dieser Antritt jedoch und die erwarteten Aromen setzten ein. Volle Frucht mit viel Beere und einem Hauch von Kirsche. Diese Aromen erinnern ein wenig an einen süßen Fruchtlikör. Auch ein bisschen Karamell spielt mit. Hintenraus entwickelt sich eine schöne Würze, die einen super Ausgleich zur beerigen Süße schafft.


Abgang:


Der Abgang ist maximal mittellang. Es bleibt eine kräftige Würze im Mund zurück die sich aus klassischen Holznoten, etwas Pfeffer und Ingwer zusammensetzt.


Abschließende Worte:


Dieser Whisky spiegelt durchaus das wider, was er verspricht: den Wald. Die Beeren sind im Malt durchweg präsent und auch die holzigen Noten treten an vielen Stelle zutage. Wenn es danach geht, passt der Whisky sehr gut in den Herbst. Für einen klassischen Winterwhisky ist dieser Malt aber noch recht leicht und durchaus fruchtig.


Tim´s persönliches Fazit:


Ich habe bereits einige Abfüllungen von Mackmyra probiert und aus meiner Sicht war bisher alles dabei: totale Reinfälle, aber auch wirklich hervorragende Drams. Diese Abfüllung ist weder das eine, noch das andere. Für einen Reinfall hat er zu viele gute Ansätze und schöne Aromen, für einen Spitzenwhisky ist der Antritt zu unstimmig und auch das Zusammenspiel der Aromen ist zu "langweilig". Spannend ist es jedoch allemal zu sehen, was Mackmyra sich immer wieder einfallen lässt. Und das, was auf der Flasche steht, lässt sich in fast allen Fällen im Inhalt auch schmecken. Die Beeren sind durchweg präsent und der Einfluss des Beerenweins ist durch und durch spürbar.

Kategorie: Single Malt

Region: Schweden

Brennerei: Mackmyra

Alter: NAS

Alkoholgehalt: 46,1%

Fasstärke: nein

Gefärbt: nein

Kühlgefiltert: nein

Fasstyp: Ex-Bourbon, Ex-Sherry (Oloroso und PX), schwedischer Beerenwein

Preis: ~55,00€

Flaschengröße: 700 ml

WID: 164431

Sonstiges: k.A.


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