Ledaig 2007/2020 12 Jahre - The War of the Peat IV - #QN1

Unverhofft kommt oft! So auch in diesem Fall! Als ich nach Hause kam, erwartete mich dort doch glatt eine kleine Schachtel mit diesem Sample des Ledaigs. Dies nehme ich dann doch gleich als Anlass dieses "neue Format" auf meinem Blog zu starten: Die Quick Notes (klicken für mehr Informationen zu diesem Format). Selbstverständlich werde ich aber auch hier immer ehrlich und offen sagen ob und was mir an dem Malt gefällt, oder eben auch nicht! Und dieser Whisky hat es zum Start gleich mal recht schwer, denn erst vor wenigen Tagen hatte ich den 18 Jahre alten Ledaig (mit dem Spanish Sherry Wood Finish) als Originalabfüllung im Glas.

Eine Info vorab: Dieses Sample wurde mir kostenlos von whic.de zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Über den Whisky:

Dieser Malt stammt von der Isle of Mull und wurde dort in der Brennerei Tobermory destilliert. Da es sich hier um die rauchige Variante des Whiskys der Destillerie handelt, läuft er unter dem Namen Ledaig. Abgefüllt wurde er für whic vom unabhängigen Abfüller Signatory Vintage und bildet dort im Sortiment den vierten Teil der "The War of the Peat" Reihe, welche insgesamt aus 13 Abfüllungen bestehen wird. Von diesem Malt gibt es insgesamt 642 Flaschen, die in Fassstärke, nicht gefärbt und nicht gefiltert abgefüllt wurden. Die Reifezeit von guten 12 Jahren verbrachte dieser Tropfen in einem Refill Sherry Butt von 2007 an bis ins Jahr 2020 hinein.



In der Nase:


Der Name ist Programm! "The War of the Peat", und genau dieser greift gleich mal die Nase an. Schwerer Torf und stark geräucherter Schinken sind das Erste, an was ich denken muss. Hält man die Nase etwas länger ins Glas gesellen sich noch mineralische, maritime und fein salzige Noten dazu. Eventuell kann man sich im Hintergrund etwas fruchtiges denken, ein wenig in Richtung Zitrus. Diese Nuancen sind jedoch marginal. Der Einfluss des Sherryfass lässt sich in der Nase kaum feststellen.


Im Mund:


Der erste Eindruck der Nase setzt sich auch im Mund fort. Torf, Asche und kräftiger Rauch belegen den Gaumen. Dann lassen sich zum ersten Mal typische Anzeichen einer Sherryfassreifung finden: eine dunkle Fruchtigkeit. Es geht in Richtung eingemachter Pflaumen. Zusätzlich gesellen sich dunkle Schokoladennoten dazu und ein Hauch von Kaffee lässt sich wahrnehmen. Beim zweiten Schluck wird der erste Eindruck bestätigt, nur nehme ich nun zusätzlich noch eine feine Salzigkeit auf der Zunge wahr.


Abgang:


Der Abgang ist durchaus lang und kräftig. Und auch hier lässt sich nun deutlich das Sherryfass finden. Dunkle Schokolade und dunkle, reife Früchte bleiben neben dem kräftigem Rauch im Mund zurück.


Abschließende Worte:


Dieser Whisky ist genau das, was man sich bei einer Abfüllung unter dem Namen "The War of the Peat" vorstellt. Kräftig, stark mit vollem, dominantem Rauch. Dieser wirkt aber in keiner Weise eindimensional. Ebenso ist der Alkohol sowohl in der Nase und als auch im Mund präsent, stört oder sticht aber trotz des hohen Alkoholgehalts in keinster Weise. Die Reifung im Sherryfass wird nach hintenraus immer deutlicher: In der Nase kaum zu finden, im Mund spürbar und im Abgang durchaus präsent. Wer auf trofige Abfüllungen steht, wird mit dieser Abfüllung sicherlich nichts falsch machen.


Tim´s persönliches Fazit:


Ich persönliche tue mich mit starken Rauchern immer etwas schwer, so auch mit dieser Abfüllung. Reifungen im Sherryfass hingegen treffen meist genau meinen Geschmack, allerdings ist der Einfluss des Fasses mir persönlich zu gering um den Rauch ein wenig abzufedern. Mit 110€ liegt er in etwa gleich auf mit dem 18 Jahre alten Ledaig mit Spanish Sherry Wood Finish (dieser hat allerdings "nur" Trinkstärke (46,3%)). Ich würde zum letztgenannten greifen, da der Rauch dezenter und der Sherry präsenter ist. Allerdings scheiden sich an dieser Stelle wohl die Geister und ich muss mal wieder festhalten: Gut das jeder Geschmack anders ist! Handwerklich kann dieser Whisky (der The War of the Peat von whic) nämlich durchaus überzeugen. So facettenreiche Rauchnoten hatte ich noch nicht all zu oft im Glas.

Kategorie: Single Malt

Region: Islands

Brennerei: Tobermory

Alter: 12 Jahre

Alkoholgehalt: 58,5%

Fasstärke: ja

Gefärbt: nein

Kühlgefiltert: nein

Fasstyp: Refill Sherry Butt

Preis: ~110,00€

Flaschengröße: 700 ml

WID: 160828

Sonstiges: Single Cask #700559 / 642 Flaschen


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