Fettercairn Warehouse 2 Batch 1 - #TN30

Die Jagd nach dem Einhorn beginnt! Es ziert bekanntlich nicht nur das Nationalwappen von Schottland, sondern ist auch wesentlicher Bestandteil des Logos der Highland Brennerei Fettercairn. Bis vor kurzem waren neue Originalabfüllungen aus dieser Destillerie fast so selten wie Einhörner. Dies hat sich jedoch seit einiger Zeit geändert. Genauer gesagt seit 2018, denn dann hat man begonnen, die Standardrange bei Fettercairn nach und nach zu überarbeiten, neu aufgelegen und zu erweitern. Unter anderem ist das erste Batch des 16 Jahre alten Malts erschienen, welcher mit Schokoladenmalz hergestellt wurde und durchweg auf positive Resonanz gestoßen ist. Nun hat man den Start in eine neue Reihe von Abfüllungen gewagt, welche den 14 Warehouses von Fettercairn gewidmet ist und den jeweiligen Charakter widerspiegeln soll. Den Start macht diese Reihe mit dem Lagerhaus Nr.2. Es ist zu erwarten, dass in nächster Zeit noch viele weitere Abfüllungen aus dieser Serie erscheinen werden, das zweite Release wurde bereits für einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr (2021) angekündigt. Nun starten wir aber erst einmal mit der ersten Flasche und schauen ob es Grund gibt, sich auf die künftigen Neuerscheinungen zu freuen.


Über den Whisky:

Die Zusammensetzung des ersten Malts aus der neuen Reihe ist absolut transparent. Insgesamt wurden 19 Fässer für diese Abfüllung verwendet, welche allesamt im Jahr 2010 gefüllt wurden und anschließend im Warehouse No. 2 lagerten. Auch die Zusammensetzung der 19 Fässer ist genau bekannt: 40% Port Pipes, 10% Vasyma Sherry Butts, 10% Tevasa Sherry Barrels, 5% Unseasoned Vasyma Barrels und 35% Ex-Bourbon Barrels. Diese Zusammensetzung wurde anschließend auf eine Alkoholstärke von 49,7% gebracht und fand ihren Weg in die Flasche ungefärbt und nicht kühlgefiltert. Die Abfüllung erfolgte im Jahr 2021, auf eine offizielle Altersangabe wurde verzichtet. Da das Jahr der Destillation jedoch bekannt ist kann man davon ausgehen, dass das Alter mit 10 Jahren angeben worden wäre. Insgesamt wurden 3600 Flaschen von diesem Malt abgefüllt und auf die verschiedenen Märkte verteilt.


In der Nase:


Eine Vielzahl von Aromen erreicht die Nase, aber der erste Eindruck lässt sich schnell zusammenfassen: Es gibt Frühstück! Eine bunte Mischung aus Cerealien, Getreide und Haferflocken erfüllt die Nase. Hinzu kommt eine dominante Birne und ein saftiger, aber eher dezenter Apfel. Dazu gesellt sich eine schöne Süße, die sich gut mit Honig vergleichen lässt. Bei alle dem ist jedoch auch eine kräftige Würze zu vernehmen, die vermutlich aus dem Holz der Fässer stammt. Gepaart mit der Süße liegt die Assoziation zu Akazienhonig nahe, denn auch dieser ist trotzt der Süße würzig und kräftig. Im Hintergrund liegen Anklänge von schwarzem Tee, und die anfängliche Birnen- und Apfelmischung wandelt sich zu einem Obstsalat mit kräftigem exotischem Einschlag: Pfirsich, Kiwi und Ananas lassen sich blicken. Parallel zur Frucht schwingt durchgehend eine kräftige Vanille und ein zarter Hauch von Zimt mit. Insgesamt eine wirklich schöne Mischung von Aromen, die sich gegenseitig ergänzt und sich fast ausnahmslos auf einer gut gedeckten Frühstücktafel finden lässt.


Im Mund:

Das Mundgefühl ist direkt schön ölig und ausfüllend. Anfänglich dominiert eine Süße, welche aus einer Mischung an Trockenfrüchten besteht. Insbesondere Rosinen, Datteln und getrocknete Feigen zeigen sich. Dazu kommt eine deutliche Würze, die einen scharfen Anklang von Pfeffer und Ingwer zeigt, insgesamt aber eindeutig aus dem Holz der Fässer stammt. Ebenso wie in der Nase ist auch im Mund der Honig durchgehend präsent und wird von einer schönen Vanille begleitet. Auch die Fruchtigkeit lässt sich wieder deutlich vernehmen, im Mund wirkt diese aber direkt von Beginn an deutlich exotisch. Zwar mischt auch wieder der Apfel mit, aber Ananas, Kiwi, Mandarine und Pfirsich sind deutlich präsenter. Im Hintergrund kommen Nuancen auf, die einen an ein Gebäck erinnern. Eher etwas süßes wie Kuchen und Kekse, aber auch leichte Röstaromen, wie man sie unter anderem von Kaffee kennt, lassen sich finden.


Abgang:


Der Abgang spiegelt exakt den Geschmack wider und ist mittellang bis lang. Neben einer tiefen Süße bleiben die Gewürze am Gaumen zurück, die unter anderem einen leichten scharfen Eindruck hinterlassen.


Abschließende Worte:


Insgesamt ein wirklich leicht zu trinkender Malt mit würzigem Anklang. Und das ist in diesem Fall keineswegs negativ gemeint, denn langweilig und eindimensional ist dieser Whisky nicht. Die Aromen und Facetten des Malts ergänzen sich jedoch alle sehr gut und es kommen keine Ecken und Kanten hervor, an denen man sich stoßen könnte oder über die man länger nachdenken muss. Insgesamt eine wirklich schöne ausbalancierte Komposition bei der insbesondere die tropischen Früchte und die Würze im Gedächtnis bleibt.


Tim´s persönliches Fazit:


Ich liebe Fettercairn und ich liebe auch diese Abfüllung. Fruchtig, leicht würzig und frisch, abgefüllt bei einer tollen Alkoholstärke von 49,7%. Dennoch kein bisschen alkoholisch oder beißend. Und neben dem fantastischen Inhalt der Flasche kann auch die Aufmachung und das Design durchweg überzeugen. Die kleinen Details auf Flasche und Karton sind bis ins Kleinste durchdacht und zeigen die genaue Zusammensetzung des Malts. Die absolute Transparenz, die sich nahtlos in das durchdachte Design der Flasche integriert. Alles in allem bin ich absolut begeistert von dieser Abfüllung und freue mich schon jetzt auf die weiteren Flaschen, die in dieser Abfüllungsreihe noch folgen werden. Denn bei einem bin ich mir absolut sicher: Auch in den anderen Lagerhäusern von Fettercairn werden noch viele hervorragende Schätze schlummern. Ich freue mich schon jetzt darauf, dass nächste Einhorn zu jagen!

Kategorie: Single Malt

Region: Highlands

Brennerei: Fettercairn

Alter: NAS (10 Jahre)

Alkoholgehalt: 49,7%

Fasstärke: nein

Gefärbt: nein

Kühlgefiltert: nein

Fasstyp: Bourbon, Port und Sherry Casks

Preis: ~65,00€

Flaschengröße: 700 ml

WID: 178240

Sonstiges: Batch 001 - limitiert auf 3600 Flaschen


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